Rohtabakeinkauf und Rohtabaksorten

Rohtabakmuster

Der Rohtabakhandel hat die Aufgabe, die in den Anbaugebieten auf der ganzen Welt geernteten Tabake den Betrieben der Tabakindustrie zuzuführen. Diese werden nach Art und Sorte und zwar in möglichst verarbeitungsreifem Zustand für die Weiterverarbeitung benötigt, weshalb in der Regel auch der Rohtabakhandel die endgültige Sortierung und Verpackung übernimmt.

Regelmäßig bemustern die Rohtabakhändler die Firma Planta mit verschiedenen Rohtabaken aus unterschiedlichen Provenienzen. Die Muster werden auf Farbe, Blattstärke, Duft und Geschmack hin untersucht und bewertet. Der Tabakmeister überprüft die Qualität des Tabaks, die Herstellerzertifikate zum Anbau und die Eignung des Rohtabaks für unsere Produktionsprozesse – und natürlich auch den Einkaufspreis. Wenn alles gut zusammen passt, kommt es zur Kaufentscheidung. Die Bestellmenge richtet sich nach der Größe des Containers. 9.600,–Kg für einen 20“ Container und 19.800,–Kg für einen 40“ Container. Der Rohtabak wird in Berlin-Moabit in einem alten Zollspeicher eingelagert, wobei immer genau darauf geachtet wird, dass der Tabak kühl und trocken bleibt.

Die Rohtabak-Sorten unterscheiden sich wie folgt:

Virginia  Virginia Sammelname für bestimmte, künstlich oder natürlich getrocknete Tabaksorten, die aus dem US-Staat Virginia stammen. Virgintabake („ein bestimmtes Saatgut”) erfreuen sich aufgrund ihrer Beliebtheit an einem weltweiten Anbau. Sie werden heißluftgetrocknet und liefern helles Schnittgut für Zigarettentabak und Pfeifentabak.
Burley  Burley Eine 1864 gefundene Tabakpflanze. Burley ergibt einen hellbraunen bis dunkelbraunen, schnittigen Tabak mit einem nussigen, an Kakao erinnernden Aroma. Wegen seiner Farbe und der Fähigkeit, bedeutende Mengen Soße aufzunehmen, spielt er, gemischt mit anderen Tabaken, eine große Rolle bei der Rauchtabakherstellung.
Orient  Orient-tabak Die Orientpflanze wird nicht sehr hoch und neigt zur Vielblättrigkeit. Sie liefert sehr guten Zigarettentabak und Beimischungsmaterial für Feinschnitt zum Drehen oder Stopfen.
Kentucky  Kentucky Gefeuerte Tabaksorten, die in den beiden US-Staaten Kentucky und Tennessee zuhause sind. Sie eignen sich besonders für die Herstellung von mittelschweren und kräftigen Feinschnitten.
Latakia  Latakia Sehr niedriger, kleinblättriger Tabak, der in Syrien und auf Zypern angebaut wird. Die ganze Pflanze wird geerntet und bei offenem Feuer mit viel Rauchbildung getrocknet. Dadurch entwickelt sich das besondere, würzige Aroma. Latakia findet speziell in englischen Pfeifentabaken Verwendung.
Perique  Perique Hierbei handelt es sich um eine besondere Tabaksorte aus dem US-Staat Louisiana. Bei der Zubereitung mittels eines speziellen Verfahrens werden die noch grünen, im Abtrocknen befindlichen Blätter nach starkem Pressen im eigenen Saft und unter Zugabe von Aromen in Holzfässern gelagert. Zusätzlich findet eine mehrfache Umschichtung statt, was eine energische Fermentation zur Folge hat. Dieser Lagerungsprozess erstreckt sich im Normalfall über mehrere Jahre. Perique wird gerne für englische Pfeifentabake verwendet.
Dark-fired Virginia  Dark-fired-virginia „Gefeuerter Virginia”. Die Tabake sind festblättrig und gehaltvoll und haben ein charakteristisches Aroma. Das füllige Blattmaterial findet oft Verwendung für die Herstellung von dunklen Drehtabaken.
Java  Java-tabak Java-Tabak wird auf den Inseln Sumatra, Java und Borneo angebaut. Er ist zungenweich, dabei dennoch würzig, und besitzt eine hervorragende Glimmfähigkeit. Er kann gut zum Mischen und Würzen eingesetzt werden.

Die Rohtabake werden als „nicht entrippt“ oder „teilweise-“ bzw. „ganz entrippt“ angeboten.

nicht entrippt ganzes Blatt mit Mittelrippe (loose leaf)
mehrere Blätter zusammengefügt und an den Blattenden mit einem weiteren Blatt zusammen gehalten (bundle)
teilweise entrippt 5-8 cm des Blattendes ist abgeschnitten (butted loose leaf)
ganz entrippt maschinell entfernte Mittelrippe (strips)
Blattspitze abgeschnitten und maschinell entrippt (tipp &trash)
manuell entfernte Mittelrippe (handstrips)